Stipendien, Kredite & Co.
Studieren ist teuer - so gelingt die Finanzierung

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Sparschwein steht auf Büchern

Ein Studium ist eine Investition fürs Leben. Doch wie bei jeder Kapitalanlage stehen auch hier am Anfang erst einmal Ausgaben. Nicht jeder kann dabei auf die finanzielle Unterstützung durch die Eltern oder BAföG bauen. Was also tun? Wir geben Ihnen einen Überblick über weitere Finanzierungsmöglichkeiten.

1. Stipendien

Ein Stipendium ist eine gute Finanzierungsoption, denn es handelt sich um nicht rückzahlbare Zuschüsse - quasi "geschenktes Geld". Stipendien werden meist von Stiftungen vergeben, es gibt ein breites Angebotsspektrum – zum Beispiel die Studienstiftung des Deutschen Volkes. Wer eine solche Förderung möchte, muss üblicherweise überdurchschnittliche Leistungen nachweisen.

Außerdem wird die Identifikation mit dem jeweiligen Stiftungszweck sowie entsprechendes Engagement erwartet. Hochschulen ermöglichen im Rahmen des sogenannten Deutschlandstipendiums ebenfalls eine monatliche Zuschuss-Förderung.

2. Jobben neben dem Studium

Mit Arbeiten neben dem Studium lassen sich weitere Einnahmen zur Studienfinanzierung generieren. Bei BAföG-Bezug sind allerdings Einkommensgrenzen (406 Euro bisher, 450 Euro monatlich ab August 2016) zu berücksichtigen, sonst reduziert sich der BAföG-Anspruch. Auch bezüglich Kindergeldanspruch, Steuer- und Sozialversicherungspflicht gibt es einiges zu beachten.

Tendenziell wirkt sich ein Nebenjob studienverlängernd aus, denn es bleibt weniger Zeit zum Lernen. Ein "Hiwi-Job" an der Uni schlägt beide Fliegen mit einer Klappe. Er bringt Geld und Erkenntnisgewinn fürs Studium. Eine Gesamtübersicht zu den gesetzlichen Regelungen hat das Studentenwerk zusammengestellt.

3. Staatliche Förderdarlehen

Es gibt günstige staatliche Förderkredite, die helfen, wenn die eigenen Mittel nicht reichen. Sie werden über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zur Verfügung gestellt. Konkret zu nennen sind

  • der KfW-Studienkredit,
  • das BAföG-Bankdarlehen oder
  • der Bildungskredit.

Die Voraussetzungen, Bedingungen und Antragswege sind je nach Programm unterschiedlich. Überwiegend geht es darum, den Studienabschluss oder ein Aufbaustudium zu finanzieren. Die Auszahlung der Kredite erfolgt in monatlichen Raten, die Tilgung beginnt erst zeitversetzt - meist nach Abschluss des Studiums.

4. Studentenkredite

Einige Kreditinstitute haben eigene Studentenkredit-Programme aufgelegt. Die Konditionen sind marktüblich, Auszahlung und Tilgung erfolgen ähnlich wie bei den staatlichen Förderkrediten. Im Internet gibt es Vergleichsportale, die über solche speziellen Studenten-Angebote informieren und angeben, wie sie zu beantragen sind. Um einen Kredit zu günstigen Konditionen zu bekommen, sollten bestimmte Kriterien zum Kreditantrag beachtet werden. Dazu zählen z. B. die Kredithöhe und die Laufzeit.

5. Bildungsfonds als Alternative

Relativ neu und eine Alternative zur Kreditfinanzierung sind Bildungsfonds. Ein Bildungsfonds ist im Prinzip ein besonderer Investmentfonds, der anstatt in Wertpapiere in Menschen - sprich Studenten - investiert. Auch hier wird Geld leihweise zur Verfügung gestellt. Im Unterschied zum Kredit erfolgt die Rückzahlung aber abhängig vom späteren Einkommen. Das Finanzierungsrisiko ist daher aus Studenten-Sicht geringer als bei Krediten.

6. Wohngeld für Studenten?

Wohnen bildet einen der Hauptkostenfaktoren beim Studium. Daher wird häufig die Frage gestellt, ob Studenten Wohngeld nutzen können. Die Antwort lautet, in der Regel, dass dies nicht möglich ist - aber es gibt Ausnahmen. Eine der wichtigsten ist der "ausschließliche" Bezug eines BAföG-Bankdarlehens.

Grundsätzlich ist dafür der Nachweis erforderlich, das "dem Grund nach" kein Anspruch auf die übliche BAföG-Förderung besteht - und natürlich, dass die Wohngeld-Voraussetzungen erfüllt sind. Wichtige Informationen zum Thema Wohngeldgesetz kann die örtliche Behörde geben.

Auf jeden Fall empfiehlt es sich, die Finanzierung so früh wie möglich gut zu planen. Das ist im Zweifel besser, als während des Studiums festzustellen, dass das Geld nicht reicht und dann nach "Notlösungen" zu suchen.

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