Karriere-Sprungbrett Praktikum
Früh geübt ist halb gewonnen

Ein Praktikum ist nur Schufterei, die sich nicht lohnt? Im Gegenteil! Oft ist es ein Sprungbrett für die Karriere. Und wenn Sie Glück haben, finden Sie sogar Ihren Traumjob. So wie Franziska Klapper: Die 26-jährige Diplom-Ökonomin hat als Praktikantin in der IT-Abteilung von RWE angefangen und ist mittlerweile Trainee im International Graduate Programm (IGP).

Frau Klapper, wann haben Sie ein Praktikum bei RWE gemacht und was waren Ihre Aufgaben?

Mein erstes Praktikum habe ich nach meinem Abitur bei RWE absolviert. Ich war im Bereich Enterprise Solutions tätig, die Abteilung ist eine Art interner Dienstleister für die einzelnen Fachabteilungen.

Dort hatte ich verschiedene Aufgaben: Unter anderem habe ich geholfen, Lasten und Pflichtenhefte für die einzelnen Projekte zu erstellen und die Datenbanken zu pflegen. Außerdem habe ich die IT-Abteilung beim Test von typischen Prozessabläufen im SAP-System unterstützt, zum Beispiel bei einem Programm zur Rechnungsprüfung. In den darauffolgenden Semesterferien habe ich dann noch weitere Praktika in derselben Abteilung gemacht.

Was hat Ihnen im Praktikum besonders gefallen, sodass Sie sich RWE auch als Arbeitgeber nach dem Studium vorstellen konnten?

Ich denke, mein recht früher Einstieg als Praktikantin hat es mir möglich gemacht, den Wandel in der Energieversorgung zu großen Teilen mit zu erfahren. Und der RWE-Konzern hat einen weiteren großen Vorteil: Es gibt hier immer die Möglichkeit, andere Bereiche kennen zu lernen und neue, spannende Herausforderungen anzunehmen. Das habe ich auch bei Kollegen beobachten können, die auf der Suche nach neuen Zielen in eine andere Abteilung oder zu einem Tochterunternehmen gewechselt sind. Diese Flexibilität innerhalb des eigenen Unternehmens zu wechseln, gefällt mir sehr gut.

Wie haben Sie den Kontakt nach dem Praktikum gehalten?

Nach Abschluss meines Praktikums hat mein Chef mich für die Teilnahme an dem damaligen Praktikantenentwicklungsprogramm PEP empfohlen, dadurch habe ich in den ersten Uni-Jahren an Veranstaltungen, wie z.B. Kraftwerksbesichtigungen oder Coachings, teilgenommen. Zudem haben mir soziale Netzwerke wie Xing geholfen, den Kontakt zu ehemaligen Kollegen zu halten.

Haben Sie während des Praktikums bleibende hilfreiche Kontakte geknüpft?

Während meiner Praktika habe ich an IT-Projekten gearbeitet, bei denen weite Teile des Unternehmens mit einbezogen waren. Dementsprechend habe ich auch viele Leute kennen gelernt. Interessanterweise treffe ich momentan einige von den damaligen Praktikumskollegen auch zufällig in Meetings oder in anderen Niederlassungen wieder. Das hat den Start als Trainee natürlich um einiges einfacher gemacht.

Haben Ihre Unternehmenskenntnisse aus der Praktika-Zeit Ihnen den Einstieg im IGP ein wenig erleichtert?

Es hilft bestimmte Unternehmensprozesse, die Kultur, Eigenheiten, Ansprechpartner oder auch konkrete Abläufe, wie zum Beispiel die IT-Systeme, bereits zu kennen. Möglich ist ein erfolgreicher Berufseinstieg sicherlich auch ohne Praktikum.

Was charakterisiert Ihr jetziges Einstiegsprogramm?

Mein Trainee-Programm, das International Graduate Programm, dauert achtzehn Monate. Ich finde, es ist eine hervorragende Einstiegsmöglichkeit, weil es mir viel Gestaltungsfreiraum lässt. Ich kann selbst fünf bis sechs Stationen auswählen, dabei mindestens eine im Ausland. Zwischen den Stationen finden sogenannte Feedback-Tage statt. Hier haben wir die Möglichkeit uns auszutauschen, professionelle Rückmeldung zu erhalten und unsere Mentoren und die anderen Teilnehmer des Programms zu treffen, sowie an Seminaren teilzunehmen.

Und wie gut stehen die Chancen auf eine Festanstellung?

Eine Übernahmegarantie besteht nicht. Aber dadurch, dass ich so viele Erfahrungen in unterschiedlichen Abteilungen gesammelt habe, schätze ich meine Chancen auf eine Festanstellung sehr gut ein. Auch die praxisorientierte Auslandserfahrung innerhalb des Unternehmens wird mir helfen. Die Herausforderung wird eher sein mich bei all den Themen und Aufgabengebieten für eine Position zu entscheiden.

Und was würden Sie anderen Studenten empfehlen?

Ich denke, dass ein Praktikum ein sehr gutes Sprungbrett sein kann, sofern man eine gute Leistung abliefert. Praktika sind aber vor allem eine tolle Möglichkeit herauszufinden, ob Praktikant und Unternehmen zusammen passen. Wenn beide Seiten am Ende harmonieren, man gerne zur Arbeit geht und schon als Praktikant Verantwortung übernimmt, fällt es in einem späteren Bewerbungsprozess leichter zu überzeugen.

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