Darauf müssen Sie achten!
Arbeitszeugnisse

Die Liste der verschlüsselten Botschaften in Arbeitszeugnissen ist lang. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen, wo verborgene Stolperfallen für Ihre Karriere lauern – und wie Sie den Zeugnis-Code knacken.

"Er trug zur Verbesserung des Betriebsklimas bei". Was wie eine nette Beurteilung im Arbeitszeugnis eines engagierten Mitarbeiters klingt, ist für Personalchefs ein rotes Tuch. Sie lesen daraus die Botschaft des früheren Arbeitgebers: "Achtung: Mitarbeiter trinkt im Dienst!"

Das ist nur ein Beispiel für den Code, in denen Arbeitszeugnisse verfasst sein können. Geheim ist die Zeugnissprache allerdings schon lange nicht mehr. "Es gibt genügend Fachliteratur, mit der man die Codes knacken kann", sagt Petra Meyer, Personalberaterin bei access.

Sie empfiehlt Jobwechslern, sich mit dem Arbeitszeugnis genau auseinanderzusetzen. "Viele Arbeitgeber kennen die Standards nicht - das gilt besonders für Unternehmen ohne professionelle Personalabteilung. Auch gut gemeinte Beurteilungen können dann in die falsche Richtung gehen."

Wer mit seinem Zeugnis unzufrieden ist, sollte den Arbeitgeber frühzeitig darauf ansprechen und Verbesserungen vorschlagen. Nicht selten ist das für die Karriere wichtige Dokument Gegenstand etlicher Prozesse an den Arbeitsgerichten. Dabei geht es nicht nur um Formulierungen, sondern genauso um Form und Vollständigkeit. Ja selbst darum, ob das Papier gefaltet sein darf!

Das Zeugnis: Wahr und wohlwollend soll es sein

Pünktlich zum Ende der Beschäftigung haben Arbeitnehmer Anspruch auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Schriftlich, vom Ausstellenden unterschrieben, wahr und auf jeden Fall wohlwollend, damit es die weitere Karriere nicht ausbremst.

Das Zeugnis enthält persönliche Angaben wie den Namen des Beschäftigten, seinen Familienstand, Geburtsort, Geburtsdatum, die Berufsbezeichnung und - so schreibt es der Gesetzgeber vor - Informationen über "Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses sowie über Führung und Leistung". Die Urkunde, die der Arbeitgeber offiziell auf Firmenpapier ausstellt, darf laut Gesetz keine "geheimen" Zeichen enthalten, mit denen sich der Autor vom Zeugnistext distanziert.

Ebenso wenig braucht der Mitarbeiter Rechtschreibfehler, Eselsohren und Flecken auf dem idealerweise zweiseitigen Zeugnis hinzunehmen.

Was muss im Zeugnis stehen?

Das Zertifikat sollte alle Informationen und Bewertungen enthalten, die für eine umfassende Beurteilung wichtig sind. Dazu gehören Aussagen über

  • Einfügung ins Unternehmen,
  • Tätigkeit, Aufgaben- und Verantwortungsbereiche,
  • Führungskompetenz,
  • Beförderungen,
  • Fachwissen,
  • Qualifikationen,
  • Fortbildungen,
  • Arbeitserfolg (Quantität und Qualität),
  • Einsatzbereitschaft, Fleiß,
  • Lernfähigkeit,
  • Zuverlässigkeit,
  • Belastbarkeit, Umgang mit schwierigen Situationen,
  • Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten, sowie soziale Kompetenz (Kritikfähigkeit, Durchsetzungsvermögen, Teamfähigkeit).

Auf Aufzählungen mit "Bulletpoints" sollte übrigens im Zeugnis verzichtet werden. Petra Meyer: "Ein ausformulierter Text ist dagegen ein Zeichen der Wertschätzung."

Ebenso gehören bestimmte Aspekte nicht ins Zeugnis: zum Beispiel Krankheiten, Kündigungsgrund, Gewerkschaftsmitgliedschaft, Privatleben. Oft steht das Negative aber zwischen den Zeilen, etwa wenn bestimmte Beurteilungen bewusst unerwähnt bleiben. Oder wenn Füllwörter und Superlative fehlen: "Seine Leistungen waren stets zu unserer vollsten Zufriedenheit" entspricht allgemein der Note "sehr gut". Der Satz "Seine Leistungen waren insgesamt zu unserer Zufriedenheit" hingegen bedeutet genauso ein "mangelhaft" wie "Er bemühte sich".

Wichtig ist schließlich der Hinweis darauf, wie der Mitarbeiter das Unternehmen verlässt, beispielsweise ob er auf eigenen Wunsch geht. Ein Schlusssatz mit Dank für die Zusammenarbeit, Bedauern über den Fortgang und guten Wünschen für die Zukunft ist optimal. Ein Anspruch darauf besteht allerdings nicht.

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