Unangebrachte Fragen
So antworten Sie im Vorstellungsgespräch richtig

Von Björn Thomsen am 03.11.2017 - 09:01 Uhr

Foto: pixelio.de / Andreas Hermsdorf
Unangebrachte Fragen im Vorstellungsgespräch: Stoppschild

Sie sind tückisch, unangenehm und kommen meistens aus dem Nichts – unangebrachte Fragen im Vorstellungsgespräch. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie richtig reagieren.

Das Vorstellungsgespräch steht an. Sie bereiten sich vor, wählen die passende Kleidung, informieren sich über das Unternehmen und machen sich Gedanken über die zukünftige Aufgabe. Doch trotz ausgiebiger Vorbereitungen kann man sich auf manche Situationen nicht gut vorbereiten, wie z. B. unangebrachte Fragen.

Personaler versuchen im Vorstellungsgespräch natürlich durch unterschiedliche Fragen in kurzer Zeit den bestmöglichen Eindruck vom Bewerber zu erhalten. Manche gehen jedoch noch einen Schritt weiter: Es kommt immer wieder vor, dass durch unzulässige Fragen die Grenze zur Privatsphäre überschritten wird.

Zu folgenden Themen darf der Personaler jedoch keine Auskünfte verlangen, da dies gegen das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verstößt:

  • Familienplanung
  • Schwangerschaft
  • Lebenspartner und Verwandtschaft
  • Religion
  • Gesundheit
  • Sexualität
  • Vorstrafen

In den seltensten Fällen ist dieses Vorgehen gerechtfertigt. Der Arbeitgeber hat nur dann Anspruch auf eine ehrliche Antwort, wenn die Frage im sinnvollen Zusammenhang mit der Tätigkeit steht, z. B. Ihr Gesundheitszustand für die Ausübung der Tätigkeit relevant ist. In diesem Fall darf er die Information mit in seine Entscheidung einfließen lassen.

Unangebrachte Fragen sollen Sie aus dem Konzept bringen, es wird getestet, wie Sie reagieren. Doch lassen Sie sich davon nicht irritieren. Manch heikle Frage verfolgt eine andere Intention als man meint. Wer Sie zum Beispiel nach Ihrem Familienstand fragt, möchte nicht zwingend aus Ihnen herausquetschen, ob Sie in absehbarer eine Elternzeit beanspruchen. Vielleicht möchte Sie der Personaler besser kennenlernen oder in Erfahrung bringen, ob Sie grundlegend ein längerfristiges Arbeitsverhältnis bereit sind einzugehen.

Halten Sie Fragen jedoch für absolut unangemessen, können Sie den Personaler auf die rechtlichen Implikationen ansprechen. So wehren Sie sich:

  • Bleiben Sie sachlich und konzentriert, vermeiden Sie emotionale Ausbrüche. Antworten Sie kurz und präzise.
  • Stellen Sie eine Gegenfrage: "Weshalb ist die Frage relevant für die Tätigkeit?"
  • Auch das Verallgemeinern einer Frage kann hilfreich sein: "Kinderbetreuung? Ja, das ist bestimmt für manche Eltern ein schwieriges Thema. Aber hier in Berlin gibt es doch großartige Ganztagsangebote. Meinen Sie nicht?"

Unangebrachte Fragen mit einer Lüge zu beantworten, ist nicht zwingend verkehrt. Behalten Sie aber immer im Auge, dass Lügen auffliegen könnten – und dies auf Dauer zu Misstrauen und Spannungen im Job führt. Vielleicht ist es besser, bei der Wahrheit zu bleiben oder (sofern Sie eine Benachteiligung fürchten) dem Gesprächspartner klare Grenzen aufzeigen.

Autor: Björn Thomsen betreut bei Jobware als PR-/Marketing-Manager die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Erstellung von Studien zu den Leitthemen Job und Karriere. Jobware ist der Qualitätsführer unter den Stellenmärkten.

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