Vier Karriere-Typen
Manager auf der Couch

Von access Redaktion am 07.07.2015 - 13:58 Uhr

In einer tiefenpsychologischen Untersuchung hat das Marktforschungsinstitut Rheingold insgesamt 50 Manager in zweistündigen Interviews befragt. Das überraschende Ergebnis: Persönliche Eigenschaften und nicht standardisierte Karriere-Konzepte bestimmen das Berufsbild und die Karriere-Strategien von erfolgreichen Managern. Allen gemeinsam ist dabei, mehr oder weniger ausgeprägt der "Wille zur Macht".

Im Rahmen der Untersuchung kristallisierten sich vier verschiedene Typen von Managern heraus, die mit vier unterschiedlichen Strategien ihre Karriere verfolgen.

Der Stratege: Kontrolle und Eroberung

Der Stratege weiß, was er wert ist: Er besticht durch einen sachlich distanzierten Auftritt, raumgreifend und selbstsicher. Der Verlauf seiner beruflichen Entwicklung ist strategisch wohlgeordnet und wird ehrgeizig verfolgt. Er will die Dinge kontrollieren und erobern. Sich einer Situation hingeben zu müssen, ist eine Unterwerfung, eine große Kränkung.

Strategen erwarten bei ihrer Karriereplanung sehr viel Bemühen um ihre eigene Person. Bei der Wahl ihrer Planungsinstrumente für die eigene Karriere setzen sie vor allem auf Foren, in denen sie gezielt Informationen streuen können, auf Kollegen, andere Firmen, Headhunter und ausgewählte Personalvermittler. Sie brauchen Raum für großartige und gewaltige Auftritte. Das Internet wird bei der Karriereplanung wenig genutzt.

Das Sonnenkind: Karriere als glückliche Fügung

Sonnenkinder unter den Managern fühlen sich geradezu auserwählt: Sie präsentieren sich wie verwöhnte Kinder, denen alles zufällt. Die eigene Karriere wurde nicht erarbeitet, sondern hat sich "so ergeben". Sie überzeugen als Person und werden deshalb geliebt.

Sonnenkinder wollen sich auf keinen Fall für die Arbeit verschleißen. Sie treffen berufliche Entscheidungen zum Teil bewusst "aus dem Bauch heraus", geben sich hin und warten, was kommt. Tragisch wird es für Sonnenkinder, wenn sie spüren, dass der Verschleiß unaufhaltsam ist.

Das Internet, das für sie zum festen Bestandteil des eigenen Berufsalltags gehört, wird von ihnen bei der Karriereplanung noch skeptisch gesehen, denn die gewünschten Vertrauensbeziehungen lassen sich in der Anonymität dieses Mediums nur schwer herstellen. Aus diesem Grunde haben auch Stellenanzeigen für sie keine Bedeutung.

Netzwerke genießen dagegen eine hohe Wertschätzung bei der Karriere-Planung, wenn sie durch die Qualifizierung der Auswahl der eigenen Einzigartigkeit entsprechen.

Der Selbst-Darsteller: Verfügungsgewalt über das Unberechenbare

Eine sehr persönliche und markante Ausstrahlung kennzeichnet die dynamischen Selbst-Darsteller. Sie sind kontaktorientiert, haben keine Berührungsängste und suchen immer neue Herausforderungen und Begegnungen. Ihre Karriere weist oft einen ungewöhnlichen Verlauf auf. “Karriere nach Plan" ist für Selbstdarsteller ein langweiliges Gräuel: Sie suchen aktiv Neues und kultivieren den Wandel in ihrer Lebensplanung.

Problematisch wird es für sie, wenn es ihnen nicht gelingt, aus den krummen Wegen einen prägnanten Charakter-Auftritt zu entwickeln und in der Mittelmäßigkeit eines skurrilen Exoten stecken zu bleiben. Der Karrieremarkt ist für sie eine riesige Kontakt- und Begegnungsstätte und Stellenwechsel resultieren in der Regel aus persönlichen Beziehungen.

Die Unpersönlichkeit des Internets ist für die Karriere-Planung der Selbstdarsteller gegenwärtig noch problematisch. Internet-Foren mit exklusiven Zugang und einem exquisiten Publikum werden für die Orientierung und die Information an Bedeutung zunehmen.

Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht ein hoher persönlicher Einsatz für den Aufbau eines individuell gestalteten Netzwerkes.

Der Hoch-Arbeiter: Ohne Fleiß kein Preis

Bescheiden, moderat und bodenständig erscheint der Hoch-Arbeiter. Typisch für ihn ist ein geordneter, disziplinierter und bescheidener Karriereverlauf. Er handelt nach dem Motto "Schuster bleib bei deinen Leisten". Sein eigenes Können, aber auch seine Begrenzungen sieht der Hoch-Arbeiter klar und die sachbezogene Leistung steht deutlich über den Aspekten der persönlichen Entwicklung. Zu große Veränderungen sind nicht seine Sache.

Bei der Wahl der Instrumente für die Entwicklung seines beruflichen Werdegangs ist er vor allem an Informationen zu konkreten Sachfragen, Weiterbildungen und dem fachlichen Austausch mit Kollegen interessiert. Die Bestätigung steht dabei meist im Mittelpunkt.

Das Internet wird vor allem als Informationsquelle für sachliche Themen genutzt. Aufbau und Pflege von Netzwerken, bei denen der persönliche Kontakt im Vordergrund steht, sind ihm fremd.

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