Gehaltsverhandlung als Frau
Ich will mehr Geld!

Von access Redaktion am 10.06.2016 - 08:23 Uhr

Foto: depositphotos.com / AndreyPopov
Gehaltsverhandlung als Frau: Frau stapelt Münzen

Frauen verdienen oft weniger als ihre männlichen Kollegen. Ein Grund: Sie verkaufen sich häufig unter Wert und hoffen, dass ihre Leistung irgendwann anerkannt wird. Ein Fehler: Denn wer für sich trommelt und selbstbewusst auftritt, der gewinnt. Worauf Sie bei der Gehaltsverhandlung achten sollten.

Nehmen Sie nicht zu viel Rücksicht. Machen Sie sich bewusst, dass die Forderung nach mehr Gehalt für Ihren Chef keine Zumutung ist. Schließlich geht es doch in der Wirtschaft hauptsächlich darum Geld zu verdienen.

Vermeiden Sie Konjunktive. "Eine Gehaltserhöhung wäre wirklich schön." Mal ehrlich, wenn Sie diesen Satz hören, würden Sie sich selbst mehr Geld geben? Ihr Vorgesetzter wird sicherlich denken, dass es nicht weiter schlimm sei, nicht auf diesen Wunsch einzugehen.

Nicht emotional verhandeln. Führen Sie die Gehaltsverhandlung auf einer geschäftlichen Ebene: Nennen Sie Erfolge und Leistungen beim Namen und stellen Sie selbstbewusst Ihre Forderungen.

Tipp: Notieren Sie sich eine Woche lang, welche Aufgaben Sie erledigen und mit welchen Tätigkeiten Sie sich zusätzlich noch beschäftigen. Ob Powerpoint-Präsentationen, eine nebenbei erstellte Pressemitteilung oder als Streitschlichter zwischen zwei Kollegen – Frauen machen sehr viel. Allerdings sollten sie sich vorab überlegen, mit welchen Leistungen sie sich gut präsentieren können bzw. was zu ihrem Prestige beiträgt.

Ein gewisser Spielraum ist wichtig. Viele Frauen fordern schlichtweg zu wenig Geld, da ihnen nette Kollegen und eine interessante Aufgabe wichtiger sind als das Gehalt. Ein Fehler! Verlangen Sie auf Anhieb 50 Prozent mehr: Wenn Sie 500 Euro monatlich mehr verdienen wollen, sollten Sie 1.000 Euro ins Gespräch bringen. Allerdings sollten Sie realistisch einschätzen können, wie viel die eigene Arbeit wert ist. Zusätzlich können Sie Ihren Marktwert überprüfen und sich gleichzeitig bei anderen Unternehmen bewerben. Wer anschließend Angebote erhält, geht deutlich selbstbewusster in eine Gehaltsverhandlung.

Hartnäckig sein. Selbst wenn Sie beim ersten Mal nicht erfolgreich sein sollten, lohnt es sich, es nach einer gewissen Zeit erneut zu versuchen. Überlegen Sie sich vor dem Gespräch auch, wie Sie reagieren und zu welchen Kompromissen Sie bereit wären, wenn Ihre Forderung nochmals auf Ablehnung stoßen sollte. Kommen Sie auf der finanziellen Ebene nicht weiter, schlagen Sie beispielsweise andere Benefits heraus: Homeoffice, Weiterbildung, Sonderurlaub.

Geben Sie nicht auf. Sind Sie mit dem Ergebnis Ihrer Verhandlung nicht zufrieden, lassen Sie sich nicht einfach abwimmeln. Viele Frauen sagen einfach Ja zu einem Angebot, weil es ihnen unangenehm ist es abzulehnen oder sie den Konflikt nicht aushalten. Formulieren Sie aber Ihren Unmut ruhig: "Ich bin damit nicht zufrieden!" und vertagen Sie die Verhandlung auf einen späteren Zeitpunkt.

Zu guter Letzt: Alles schriftlich fixieren lassen! Wenn Sie sich mit Ihrem Chef oder Ihrer Chefin geeinigt haben, sollten Sie die Ergebnisse schriftlich festhalten, entweder als Bestandteil Ihres Vertrages (bei einem neuen Job) oder Sie verfassen selbst ein Protokoll der Vereinbarungen.

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