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28.07.2011


Achtsam Führen

Gesundes Ressourcen-Management im Unternehmen

Martina Held
Martina Held
Coach, ON.DevelopmentGroup

Es traf Vertriebsleiter Thomas K. in einem völlig unerwarteten Moment. Während eines Vertriebsmeetings traut er buchstäblich seinen Augen nicht. Zuerst verschwimmt die Situation vor ihm, dann sieht er alles doppelt. Panik erfasst ihn - wie reagiert man in einer solchen Situation, wenn die Mitarbeiter von der Führungskraft Souveränität erwarten? Eine Entschuldigung murmelnd schleicht K. sich raus. Später wird der Arzt die Diagnose "Burn-out" stellen und ihn zunächst für unbestimmte Zeit aus dem Verkehr ziehen. Laut einer Studie der Psychotherapeutenkammer fallen in Deutschland jedes Jahr 15 Millionen Arbeitsstunden durch stressbedingte Krankheiten aus.

Produktionsstillstand des Körpers

Stehen die Maschinen mal still, weiß in der Regel jeder, was zu tun ist. Für solche Fälle gibt es Notfallpläne und Prozesse. Was aber, wenn Körper und Geist nicht mehr funktionieren?

Ein Burn-out kommt nicht aus heiterem Himmel. Die Symptome werden oft über längere Zeit ignoriert und erst wenn es zum Zusammenbruch kommt, werden nicht nur direkt Betroffene wachgerüttelt sondern oft auch der Chef. Laut einer Studie der Psychotherapeutenkammer führen Symptome von Depression oder Burn-out zu jeder zehnten Krankschreibung in Deutschland. Seit 1990 verdoppeln sich diese Zahlen jährlich. Als Gründe werden Zeitdruck und zunehmende Komplexität bei gleichzeitig geringen Einflussmöglichkeiten auf den Arbeitsprozess genannt. Die Führungskraft hat Vorbildfunktion und Verantwortung für die Gesunderhaltung. In der Hektik des Alltags gerät das leider allzu oft in Vergessenheit.

Achtsames Führen bedeutet den intelligenten Umgang mit menschlichen Ressourcen

Das physische und emotionale Wohlbefinden des Mitarbeiters und der Führungskräfte selbst hängt maßgeblich vom erlebten Arbeitsumfeld ab. Die Führungskraft tut daher gut daran, diese wichtige Ressource "ähnlich wie einen Maschinenpark" regelmäßig zu warten.

Die Erfolgsfaktoren für eine gesunde Führungskultur sind:

  • ein berechenbarer Führungsstil
  • regelmäßige Mitarbeitergespräche unter Nutzung der wichtigsten Führungsinstrumente Anerkennung, Coaching und konstruktive Kritik
  • Selbstmanagement und Achtsamkeit im Umgang mit Mitarbeitern, um rechtzeitig auf Symptome reagieren zu können

Gesund ist, wer einen Sinn in seiner Arbeit sieht, Anerkennung für seine Leistung bekommt und im Team integriert ist. Dann sind auch Spitzen in der Arbeitsbelastung gut abzufangen und der Mitarbeiter bleibt nicht nur leistungsfähig, sondern auch engagiert. Und engagierte Mitarbeiter verbessern den Unternehmenserfolg um bis zu 30% (Quelle: Psychnonomics, Köln).

Als angenehmen Nebeneffekt positionieren sich Unternehmen, die eine achtsame Führungskultur haben, auch in Zeiten von Fach- und Führungskräftemangel als attraktiver und nachhaltiger Arbeitgeber.

Martina Held
Coach, ON.DevelopmentGroup

Martina Held ist Coach bei der ON.DevelopmentGroup und hat auf Basis ihrer eigenen Führungserfahrung sowie aus zahlreichen Coachingprozessen in Unternehmen und mit Top-Executives ein Programm für "Achtsames Führen" entwickelt. Gerne stellt sie Ihnen weiterführende Informationen zum Thema zur Verfügung. Senden Sie einfach eine Email an Martina Held unter held@on-dg.de.

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