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Auslandsknigge (2)
Asien: Benehmen in Fernost

Foto: Istockphotos/dangdumrong

Gutes Benehmen ist der Schlüssel zum Erfolg, natürlich auch im Ausland. Aber was in Deutschland höflich ist, wirkt in Japan oder China manchmal völlig daneben. Warum Sie Chinesen am besten keine Blumen schenken und in Japan ihre Socken sorgfältig auswählen sollten, erfahren Sie in unserer Auslands-Knigge-Reihe.

Der asiatische Kulturraum – eine ganz andere Welt

Je nach asiatischem Land gibt es Unterschiede wenn es um Etikette geht. Alle Länder in unserem Auslandsknigge haben aber die Achtung vor Tradition und hohes persönliches Ehrgefühl gemeinsam. Symbole und Farben haben im asiatischen Kulturraum weit mehr Bedeutung als bei uns: Beispielsweise bringt Rot Glück, Weiß steht – im Gegensatz zu Europa – für Trauer und Tod.

China: Zwischen Tradition und Moderne

Im bevölkerungsreichsten Land der Erde sind Diskretion und Zurückhaltung oberstes Gebot. Laute Stimme und ausholende Gesten sind nicht erwünscht, ebenso wenig wie ein direktes "Nein".

Zur Begrüßung: Im Allgemeinen sind leichte Verbeugungen üblich. Angestellte, die niedriger auf der Karriereleiter stehen, verbeugen sich tiefer als Vorgesetzte. In westlich orientierten Firmen sind aber auch Handschläge üblich.

Auch unter gleichaltrigen Studenten ist der Handschlag mittlerweile verbreitet. Umarmungen dagegen sind total tabu, besonders wenn Sie Ihr Gegenüber nicht sehr gut kennen. Warten Sie am besten ab, welche Form der Begrüßung Ihr Gegenüber wählt.

Asien: Visitenkarten übergeben

Wenn sich Chinesen vorstellen, nennen sie immer zuerst ihren Nachnamen und dann den Vornamen. Angesprochen werden sie also mit dem zuerst genannten Namen.

Schauen Sie Ihrem Gesprächspartner besser nicht zu direkt in die Augen, das wirkt in China unhöflich. Auch niemals mit dem Finger auf jemanden zeigen, das ist eine Beleidigung. Verwenden Sie zum Zeigen bei der Vorstellung die gesamte Hand.

Essen und Trinken: Wenn Sie zum Essen eingeladen sind, bringen Sie ein kleines Gastgeschenk mit. Auf keinen Fall Blumen, Halstücher oder Uhren verschenken, sie symbolisieren den Tod. Vier ist eine Unglückszahl, deswegen niemals vier Geschenke oder eine Pralinensammlung mit vier Geschmacksrichtungen o.Ä. mitbringen. Acht ist dafür eine Glückszahl.

Wird Ihr Geschenk nicht sofort geöffnet, denken Sie nicht, dass es nicht gefällt. Wer Präsente sofort auswickelt, gilt in China als habgierig.

Geben Sie kein Trinkgeld, das ist in Restaurants verboten. Überhaupt ist es üblich, dass der Gastgeber für alle bezahlt. Wenn Ihnen jemand Geld schulden sollte, verlangen Sie es nicht genau zurück. Er lädt Sie wahrscheinlich einfach das nächste Mal ein. "Geld eintreiben" macht Sie in China äußerst unbeliebt.

Businesskleidung: Die Kleiderordnung ist eher konservativ. Mit einem dunklen Anzug und Krawatte liegen Sie nie daneben. Für Frauen gilt: Viel Make-Up, kurzärmelige Blusen und hohe Schuhe sind tabu, Sie sollten sich sehr zurückhaltend kleiden. Achten Sie auf hohe Qualität und gute Verarbeitung Ihrer Kleidung. Wenn Sie sich zu einem Treffen hochwertig anziehen bedeutet dies, dass Sie Ihren Gastgeber respektieren.

Meetings und Treffen: Pünktlichkeit wird in China, genau wie in Deutschland, sehr ernst genommen.

Fürs Business: Visitenkarten werden mit beiden Händen überreicht. Es ist wichtig, die Karte genau zu studieren und am besten noch offen auf dem Tisch liegen zu lassen, bevor man sie wegsteckt. Außerdem niemals auf eine Visitenkarte schreiben, das ist äußerst respektlos.

Visitenkarten werden mit beiden Händen überreicht. Es ist wichtig, die Karte genau zu studieren und am besten noch offen auf dem Tisch liegen zu lassen, bevor man sie wegsteckt. Außerdem niemals auf eine Visitenkarte schreiben, das ist äußerst respektlos.

Bevor Chinesen zum Geschäftlichen kommen, wird gerne ein wenig Smalltalk gehalten. Beliebte und unverfängliche Themen sind Sport, das Wetter und die Familie. Auch das Gehalt kann Thema sein. Eher ungünstig sind Fragen zur Politik.

Mit Antworten und Beschlüssen lassen sich Chinesen aber lieber etwas Zeit, das zeigt Respekt.

Japan: Designeranzug zum Sushi-Essen

In Nippon ist freundliche Zurückhaltung Trumpf. Japaner achten stark auf Statussymbole, teure Uhren oder Markenkleidung sind für die meisten ein Muss. Um die Ehre Ihres Gegenübers nicht zu verletzten, weisen Sie ihn nie auf seine Fehler hin, entschuldigen Sie sich aber für ihre.

Zur Begrüßung: Auch in Japan ist die Verbeugung üblich. Auch hier gilt die Regel: Wer sich tiefer oder länger verbeugt ist untergeordnet. Verbeugen Sie sich also weniger tief als Ihr Gegenüber, werten Sie ihn ab.

Wissen Sie nicht welche Stellung Ihr Gesprächspartner hat, verbeugen Sie sich bei Studenten und Bekannten nur kurz mit dem Oberkörper; bei Geschäftskontakten um 45 Grad, bis die Hände auf den Knien liegen und verharren dort eine Sekunde.

Es kann aber auch sein, dass Sie mit Handschlag begrüßt werden, warten Sie auch hier am besten ab. Spezielle Hinweise zur Verbeugung in Japan finden Sie bei sushi-guide-morita.de.

Japaner sprechen sich gegenseitig nur mit Nachnamen an, der Vorname ist reserviert für Familie und sehr enge Freunde. Selbst unter Studenten wird Ihnen wahrscheinlich zuerst der Nachname angeboten.

Asien Knigge: die Verbeugung

Vermeiden Sie auch in Japan direkten Augen- und Körperkontakt sowie hektische Gesten. Setzen Sie sich niemals so, dass Sie mit Ihrer Fußsohle oder Fußspitze auf jemanden zeigen (z.B. Beine überschlagen), das gilt als unhöflich.

Essen und Trinken: Hier wird streng nach Hierarchie platziert. Je höherrangig die Person, desto weiter sitzt sie von der Tür weg.

Sie sollten sich niemals selbst nachschenken, sondern immer erst allen Anderen. Empfiehlt der Gastgeber Ihnen ein bestimmtes Gericht, bestellen Sie dieses.

In traditionellen japanischen Restaurants werden Sie auf dem Boden Platz nehmen. Setzen Sie sich in den Schneidersitz oder knien Sie sich hin. Schuhe müssen dort auch ausgezogen werden, deswegen sind saubere Socken und gepflegtes Schuhwerk ein echtes Muss.

Wenn Sie nach dem Essen noch in eine Bar eingeladen werden, lehnen Sie nicht ab, das wäre unfein.

Businesskleidung: Achten Sie auf gute Qualität! In Japan ist Kleidung ein Statussymbol, sie sollte also nicht billig wirken. Mit einem dunklen Anzug und Krawatte können Männer im Büro nichts verkehrt machen, Frauen sollten sich ebenfalls zurückhaltend bedeckt halten und die Haare hochbinden. Kurze Röcke können peinlich werden, wenn Sie auf dem Boden Platz nehmen müssen, wählen Sie also lieber ein längeres Modell.

Südostasien und Korea: Ein Wirrwarr aus Kulturen und Regeln

Im Grundsatz ähneln sich die Kulturen Südostasiens, Chinas und Japans. Auch Korea hat vergleichbare Werte und Sitten. Je nach Land spielen aber auch religiöse oder ethnische Einflüsse ein große Rolle.

Zur Begrüßung: In Vietnam ist mittlerweile der westliche Handschlag üblich. In Korea herrscht, ähnlich wie in Japan, noch die Verbeugung vor. Dagegen ist es in Malaysia komplizierter: Je nachdem, welcher der drei Ethnien (Chinesen, Malaien, Inder) Sie begegnen, begrüßt Ihr Gegenüber Sie mit Verbeugung oder Handschlag. Es empfiehlt sich einfach abzuwarten wie Sie begrüßt werden.

Allerdings: Bieten Sie besonders in Malaysia und Thailand nicht die linke Hand zur Begrüßung, sie gilt dort als unrein.

Die Anrede ist in Südostasien meistens formell, bis etwas anderes angeboten wird. In Thailand allerdings stellen sich fast alle Personen mit Vornamen vor und werden auch so angesprochen. Davor setzten Thais ein „Khun“, was eine respektvolle Bezeichnung darstellt.

Wie auch in China und in Japan sind in Thailand und Malaysia Zurückhaltung und eine gesenkte Stimme angebracht. Gefühlsausbrüche werden als Ehrverlust der betreffenden Person und vielleicht sogar des Gegenübers gesehen.

In den islamisch geprägten Ländern, wie zum Beispiel Malaysia oder Indonesien, bitte auch niemals den Kopf eines Menschen berühren oder ihn mit dem Fuß streifen oder den Fuß in seine Richtung halten, das ist äußerst unhöflich. Der Kopf gilt auch im Buddhismus als heiliger Sitz der Seele, deshalb gelten diese Regeln beispielsweise auch in Thailand.

Frauen sollten warten bis ihnen die Hand zur Begrüßung angeboten wird, wenn Handschlag üblich ist. In Korea kann es auch sein, dass Sie gar nicht vorgestellt werden, wenn Sie kein direktes Interesse an der Konversation haben: Wenn Sie beispielsweise einen Freund begleiten, der etwas von einem Bekannten abholt, werden Sie dem Bekannten nicht unbedingt vorgestellt.

Essen und Trinken: Auch hier gibt es viele Unterschiede. In Vietnam wird nach westlicher Manier gegessen, in vielen Restaurants gibt es statt Stäbchen deshalb auch Besteck. In anderen südostasiatischen Ländern und in Korea gelten ähnliche Essgewohnheiten wie in China und Japan.

In Thailand werden Stäbchen vor allem für die Nudelsuppe verwendet, ansonsten ist das Essen mit Löffeln und Gabel durchaus verbreitet.

In allen asiatischen Ländern ist dies ein absolutes No-Go: Stecken Sie die Stäbchen niemals in den Reis. Dieses erinnert an Räucherstäbchen, die zu Ehre der Toten aufgestellt werden.

Asien Knigge: mit Stäbchen essen

Trinkgelder sind in Malaysia nicht üblich. In Vietnam werden sie nur Taxifahrern und in besseren Restaurants gegeben. In Korea kann Trinkgeld besondere Zufriedenheit ausdrücken, ist aber in einfachen Restaurants nicht empfehlenswert. In Thailand wird nur in gehobenen Einrichtungen und Hotels Trinkgeld gegeben, nie weniger als 10 Prozent des Rechnungsbetrages. In kleinen Restaurants oder an Straßenständen ist es allerdings nicht üblich Trinkgeld zu geben, da es dort einem überheblichen Almosen gleich kommt.

Sind Sie sich unsicher, schauen Sie sich die jeweilige Trinkgeld-Praxis einfach bei einem Thai oder Koreaner ab.

Wenn Sie in Vietnam eingeladen werden, lehnen Sie erst einmal ab und warten Sie auf eine zweite Einladung; die erste Einladung ist meist nur als Floskel zu verstehen. In den anderen südostasiatischen Ländern können Sie dankend annehmen, eine Ablehnung wäre eher unhöflich.

Wenn Sie das Haus Ihres Gastgebers betreten, ziehen Sie die Schuhe aus und bringen Sie ein kleines Geschenk mit. Verschenken Sie aber lieber keine Blumen!

Kleidung: In allen südostasiatischen Ländern ist angemessene Kleidung erwünscht. Shorts und freizügige Tops sollten auch privat im Schrank bleiben, sie werden als ärmlich angesehen oder in muslimischen Ländern wie Malaysia oder Indonesien als aufreizend gewertet.

Im Business sind dunkle Anzüge und Kostüme altbewährt. Frauen sollten sich sehr zurückhaltend kleiden, wie auch in China.

In Malaysia und Thailand ist gelbe Kleidung mit Vorsicht zu genießen. Gelb ist dort traditionell die Farbe der Königsfamilie. Sie wird vor allem zu besonderen Anlässen wie Thronjubiläen getragen, um die Sympathie zur Monarchie zu bekunden. Außerdem gibt es in Thailand eine poltische Gruppierung, die auf Demonstrationen Gelb trägt. Für einen Ausländer könnte ein gelbes T-Shirt also unfreiwillig zum politischen Bekenntnis werden.

Tags zum Artikel:Auslandserfahrung
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