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Schadhaften Code im Arbeitszeugnis identifizieren und tilgen
"Er hat sich stets bemüht"

Von Björn Thomsen am 11.05.2017 - 09:47 Uhr

Foto: depositphotos.com / nejron
Code im Zeugnis: Mann korrigiert Text

Sind Sie mit den freundlichen Formulierungen in Ihrem aktuellen Arbeitszeugnis rundum zufrieden? Dann haben Sie entweder ein wirklich sehr gutes Arbeitszeugnis – oder Sie kennen sich schlichtweg nicht mit der Zeugnissprache aus.

Egal ob aus eigenem Wunsch oder "in gegenseitigem Einvernehmen", demjenigen der eine Firma verlässt, steht in jedem Fall ein ordentliches Arbeitszeugnis zu. Auf den ersten Blick ist es aber sehr schwierig, zwischen einer guten und schlechten Beurteilung zu unterscheiden, denn die Formulierungen im Arbeitszeugnis wirken wie codiert.

Warum hören sich Zeugnistexte so gut an?

Da es gesetzlich geregelt ist, dass ein Arbeitszeugnis das „wirtschaftliche Vorankommen“ einer Person nicht behindern darf, darf Ihnen der Arbeitgeber kein offensichtlich schlechtes Zeugnis auszustellen. Das ist spätesten dann natürlich in Ihrem Interesse, wenn Sie nach einem neuen Job suchen. Zugleich unterliegt das Arbeitszeugnis der Wahrheitspflicht. Schwindeleien sind somit nicht erlaubt.

Daher versuchen manche Arbeitgeber, negative Beurteilungen in codierter Form unterzubringen. Häufig werden sie so gewählt, dass ein weiter Interpretationsspielraum bleibt. Arbeitgeber bewegen sich in dieser Grauzone, um unterschwellig Schlechtes mitzuteilen. Fünf häufige Formulierungen und ihre Bedeutungen:

  • "X war sehr bemüht, unseren Anforderungen gerecht zu werden."
    Bedeutet: "X ist leicht überfordert und verzettelt sich ständig."
  • "Wegen seiner Pünktlichkeit war X stets ein Vorbild."
    Bedeutet: "Darüber hinaus gibt es wenig zu loben."
  • "X war ein sehr umgänglicher Kollege."
    Bedeutet: "X war unbeliebt."
  • "X trug mit seiner geselligen Art zur Verbesserung des Betriebsklimas bei."
    Bedeutet: "X trinkt gerne mal einen über den Durst."
  • "X war bei Kunden sehr beliebt."
    Bedeutet: "X hat kein Verhandlungsgeschick."

Wie gehen Sie gegen ein schlechtes Arbeitszeugnis vor?

Falls Sie sich durch ein Arbeitszeugnis falsch bewertet oder verunglimpft fühlen, können Sie Einspruch erheben. Im ersten Schritt versuchen Sie am besten, die Meinungsverschiedenheiten mit Ihrem Chef in einem klärenden Gespräch auszuräumen. Beachten Sie außerdem folgende Punkte:

  1. Markieren Sie fehlerhafte Textstellen und machen Sie passende Korrekturvorschläge.
  2. Holen Sie bei Unsicherheit die Meinung einer dritten Person, etwa vom Betriebsrat oder eines Arbeitsrechtlers, ein.
  3. Besprechen Sie den so entstandenen Zeugnisentwurf mit Ihrem Arbeitgeber.

Können Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber letztendlich nicht einigen, haben Sie die Möglichkeit auch juristische Schritte einzuleiten.

Autor: Björn Thomsen betreut bei Jobware als PR-/Marketing-Manager die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Erstellung von Studien zu den Leitthemen Job und Karriere. Jobware ist der Qualitätsführer unter den Stellenmärkten.

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