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Karrierefaktor: Studiendauer
Wettlauf zum Abschluss oder doch ein Semester länger?

Von Björn Thomsen am 28.09.2016 - 09:37 Uhr

Foto: depositphotos.com / stokkete
Studiendauer: Junge Frau sitzt in Bibliothek und liest ein Buch

Sechs Semester für das Bachelorstudium und vier für den Master – so lautet die Vorgabe gemäß der Bologna-Reform. Doch laut Statistischem Bundesamt machen nur 40 Prozent der Absolventen ihren Abschluss in der Regelstudienzeit. Wie wichtig ist die Studiendauer aber für die Karriere?

Viele Studierende möchten unter allen Umständen verhindern, auf die verlängerte Studiendauer im Vorstellungsgespräch angesprochen zu werden. Druck entsteht, das Studium schnellstmöglich abzuschließen. Dabei ist die Regelstudienzeit für Personaler eher zweitrangig. Häufig sind Inhalte, Semesteranzahl und sogar Noten bei vielen Turbo-Studenten viel zu ähnlich, um einen klaren Favoriten zu benennen.

Wie soll man da Talente finden? Oder anders gefragt: Wie hebt man sich ab, um als Talent identifiziert zu werden? Einen echten Vorteil können sich Studierende erarbeiten, wenn sie Praxiserfahrung und Persönlichkeit vorzuweisen haben.

Praktika im Studium sind unerlässlich und vereinfachen den Berufseinstieg. In vielen Bachelorstudiengängen sind nur noch acht Wochen Praktikum in den Semesterferien vorgesehen. Das finden die meisten Personaler zu kurz. Ein sechsmonatiges Praktikum in einem Unternehmen wäre optimal. Hier sollten Studierende bereit sein, ein Urlaubssemester zu "opfern".

Da die meisten Unternehmen international agieren (oder sich gerne mit einer gewissen Internationalität schmücken), sind Auslandserfahrungen gern gesehen – zumal dies die Sprachkenntnisse und Sozialkompetenzen deutlich verbessert. Ob Auslandspraktikum, Auslandsstudium, Intensivsprachkurs, Freiwilligenjahr oder Work-and-Travel: Auslandserfahrung macht sich als „Sahnehäubchen“ im Lebenslauf meist gut, selbst wenn sich die Regelstudiendauer dadurch verlängert.

Ehrenamtliches Engagement, eine Werkstudenten-Tätigkeit oder ein Hobby können viel über den Bewerber und seine Kompetenzen verraten. Politisches Engagement spricht für kommunikative und soziale Kompetenzen. Aktive Vereinsmitgliedschaften in Mannschaftssportarten wie Fußball demonstrieren dem Personaler Ihre Teamfähigkeit und Eigenmotivation. Dennoch sollten diese Aktivitäten – wie die Hochschul-Recruiting-Studie 2016 der Jobbörse Jobware zeigt – nicht überbewertet werden.

Nehmen Sie sich die Zeit und blicken Sie über den eigenen Tellerrand! Machen Sie den Unterschied und wecken Sie das Interesse des Personalers. Ein oder zwei zusätzliche Semester auf dem Weg zum Studienabschluss können Sie in Kauf nehmen, wenn Sie dadurch relevante Erfahrungen sammeln.

Autor: Björn Thomsen betreut bei Jobware.de, Ihrem Stellenmarkt im Internet, die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Erstellung von Studien und Artikeln zu den Leitthemen Job und Karriere. Jobware ist seit 1996 der Stellenmarkt für Fach- und Führungskräfte.

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