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Berufliche Weiterentwicklung
Wie Sie den passenden Mentor finden

Von Eva Fiene am 28.06.2017 - 10:21 Uhr

Foto: depositphotos.com / Jirsak
Mentor finden: Mann hält schützend Hände unter einer leuchtenden Figur, die aufsteigt

Fast jeder erfolgreiche Mensch hatte auf seinem Weg einen Fürsprecher: Sokrates beriet Platon, Sigmund Freud seinen Kollegen C.G. Jung, und Helmut Kohl war lange Zeit der politische Ziehvater von Angela Merkel. Ein Mentor kann der Schlüssel zum Erfolg sein und Sie in Ihrer Karriere immens weiterbringen.

Wobei ein Mentor Ihnen helfen kann

So eine Verbindung ist einfach Gold wert: Wenn Sie im Berufsleben einen Ansprechpartner haben, dem Sie vertrauen und der Sie bei wichtigen Entscheidungen berät, ist vieles oft einfacher. Dabei ist es egal, ob Sie erst am Beginn Ihrer Karriere stehen oder schon ein paar Schritte weiter sind.

  • Ein Mentor inspiriert und lässt Sie in wichtigen beruflichen Situationen über die Schulter schauen.
  • Er wird Sie in schwierigen Situationen beruhigen können, weil er ggf. genau an dieser Stelle bereits war. Sie profitieren vor allem bei schwierigen Entscheidungen von seiner Erfahrung.
  • Er kann Ihnen die richtigen Türen öffnen, durch sein Netzwerk haben Sie ganz andere Möglichkeiten.
  • Er ist aber auch u. U. Ihr schärfster Kritiker: Er hält Ihnen den Spiegel vor, er hinterfragt Sie und spricht auch schon mal unangenehme Wahrheiten aus. Das mag kein angenehmer Prozess sein, aber so ist Reflexion und Weiterentwicklung erst möglich.

Ein Mentor ist jedoch nicht mit einem Coach zu verwechseln. Gute Coaches helfen Ihnen ebenfalls bei Ihrer Karriereplanung, jedoch ist ihre Unterstützung meist auf wenige Monate begrenzt und die Verbindung ist eher geschäftlicher Natur. Mentoring hingegen ist eine langfristige Beziehung auf sehr persönlicher Ebene.

Warum brauchen Sie überhaupt einen Mentor?

Bevor Sie nach einem Mentor suchen oder jemanden konkret ansprechen, sollten Sie erst einmal wissen, was Sie überhaupt erreichen möchten: Definieren Sie konkrete Karriereziele und überlegen Sie, wie der Mentor Ihnen bei diesen weiterhelfen kann.

Sammeln Sie außerdem über Ihre Branche Wissen an, lernen Sie aus Büchern, über Weiterbildungen etc., nutzen Sie diese Quelle gewissermaßen zum Selbst-Mentoring.

Wie Sie den passenden Mentor finden

Am sinnvollsten ist es sicherlich, jemanden aus Ihrem bereits bestehenden Netzwerk zu fragen, den Sie tatsächlich kennen. Sie können ihn beispielsweise unter Ihren Xing-Kontakten suchen, aber auch in der "realen" Welt gibt es vielleicht inspirierende Menschen, die Sie sich als Mentor vorstellen könnten.

Hilfreich ist es sicherlich auch, dass Sie Ihrem Mentor in spe Ihr Potential bereits demonstrieren konnten, es also jemand ist, der weiß, wie Sie denken, agieren, kommunizieren. So wird die Entscheidung, Zeit in Ihre Mentoring-Beziehung zu investieren, leichter getroffen. Auch ist dann bereits klar, ob die Chemie zwischen Ihnen beiden stimmt – ein Faktor, der über das Gelingen und den Erfolg Ihrer Partnerschaft maßgeblich mit entscheidet.

Natürlich finden Sie Ihren Berater auch über Mentoring-Programme innerhalb von Hochschulen (eine Übersicht finden Sie hier) oder Unternehmen. Die meisten großen Firmen, wie beispielsweise Bosch, Daimler oder Siemens, haben in viele ihrer Weiterentwicklungsprogramme Mentoring integriert, angefangen bei den Trainee-Programmen bis hin zur Führungskräfteentwicklung. Ein Mentor innerhalb Ihres Unternehmens fördert jedoch (meistens) eine interne Laufbahn. Das ist nichts Negatives, im Gegenteil, Sie sollten sich darüber aber im Klaren sein.

Welche Eigenschaften sollte Ihr Mentor haben?

Damit Sie von seiner Erfahrung profitieren, sollte er Ihnen mindestens zehn Schritte in Ihrer Rolle, Ihrer Branche oder Ihrem Bereich voraus sein.

Zusätzlich zu älter, weiser, erfahrener glauben wir auch, dass ein Mentor erfolgreich sein muss, also jemand ist, der eine Top-Position bekleidet und viel erreicht hat. Das ist natürlich bei den meisten Karriere-Tandems der Fall, siehe Helmut Kohl und Angela Merkel.

"Erfolg" kann natürlich verschiedene Gesichter haben. Die meisten Menschen hoffen auf eine Arbeit, die Spaß macht. Ist das Ihr Ziel, wäre dann jemand für Sie der richtige Mentor, der Freude an seinem Job hat und Ihnen diese Leidenschaft vermitteln kann?

So ist Mentoring für beide Seiten erfolgreich

Haben Sie einen Mentor gefunden, tauschen Sie sich bei Ihrem ersten Treffen über Ihre Erwartungen aus. Legen Sie außerdem fest, wie oft Sie sich treffen möchten. Das muss nicht unbedingt jede Woche sein, aber vielleicht können Sie es beide einmal im Monat locker einrichten. Definieren Sie für jedes Treffen ein Thema, so nutzen Sie die Zeit effektiv und besprechen Dinge, die für Sie gerade wichtig sind.

Auch wenn Mentoring typischerweise dem Lehrer-Schüler-Verhältnis ähnelt: Begreifen Sie es nicht als Einbahnstraße, Sie können als Mentee Ihrem Mentor durch Ihren Austausch ebenso etwas mitgeben.

Alles hat ein Ende … auch das Mentoring

Ein harmonisches Mentor-Mentee-Verhältnis lässt sich nicht erzwingen oder künstlich am Leben erhalten. Sollten Sie merken, dass Sie keine gemeinsame Ebene finden, beenden Sie das Mentoring. Oder Sie brauchen nach einer gewissen Zeit die Unterstützung Ihres Mentors nicht mehr, da Sie sich weiterentwickelt haben oder Sie sich in eine ganz andere berufliche Richtung verändern.

  • Gehen Sie bei der Trennung unbedingt behutsam vor. Ein gekränkter Mentor kann seinem ehemaligen Protegé nachhaltig schaden, vor allem wenn Sie in demselben Unternehmen arbeiten.
  • Erklären Sie Ihrem Mentor auf professionelle Art, warum Sie das Mentoring beenden wollen.
  • Bedanken Sie sich unbedingt für die gemeinsam verbrachte Zeit und die Unterstützung. Es spricht auch nichts dagegen nach dem Ende des Mentorings in Kontakt zu bleiben, oft verbindet den Mentor und seinen Mentee eine Freundschaft.

Und im Idealfall haben Sie auch etwas zu feiern: die zusammen erreichten Ziele.

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