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Erfolgreich bewerben
Die häufigsten Fragen zum Lebenslauf

Von Eva Fiene am 21.07.2017 - 11:42 Uhr

Foto: depositphotos.com / Julia_Tim
Häufige Fragen zum Lebenslauf: Frau zeigt auf Lebenslaufs mit der Überschrift "CV".

Beim access Lebenslauf-Check, den wir auf vielen Messen anbieten, tauchen immer wieder die gleichen Unsicherheiten auf: Muss ich meinen CV noch unterschreiben? Gehören meine Noten in den Lebenslauf? Und wie wichtig sind Hobbys tatsächlich? Wir haben die häufigsten Fragen für Sie gesammelt – unsere Empfehlungen im Praxis-Artikel!

Chronologisch oder amerikanisch: Wie sortiere ich meine Daten?

In den letzten Jahren hat sich die antichronologische bzw. amerikanische Sortierung durchgesetzt. Dabei steht Ihre aktuelle Position an erster Stelle, danach listen Sie alle weiteren Stationen in absteigender Reihenfolge auf. So kann der Personaler schnell erfassen, wo Sie zurzeit stehen.

Brauche ich ein Foto?

Seit der Einführung des Antidiskriminierungsgesetzes (AGG) ist ein Foto nicht mehr Pflichtbestandteil Ihrer Bewerbung. Richtig durchgesetzt hat sich das bei uns aber nicht, bei der Mehrheit der Lebensläufe bzw. Bewerbungen ist nach wie vor ein Bild zu finden. Auch wenn die meisten Unternehmen es nicht so offen formulieren würden: Bewerbungen mit einem professionellen Bild haben größere Chancen, genauer angeschaut zu werden.

Unser Tipp: Verwenden Sie auf jeden Fall ein aktuelles Bild in guter Qualität, Urlaubsfotos und Aufnahmen aus dem Automaten sind absolut tabu. Ob Sie nun ein schwarz-weißes oder farbiges Foto verwenden, ist Geschmackssache.

Darf mein Lebenslauf bunt sein?

Natürlich sind Sie mit schwarz-weiß auf der sicheren Seite, und eine farbliche Gestaltung ist oft Geschmackssache. Es gibt Personaler, für die farbige Lebensläufe ein No-Go sind, aber ebenso solche, die einer kreativeren Gestaltung offen gegenüberstehen. Auch kommt es auf die Branche an, wie "ausgefallen" das Design sein kann, die Übersichtlichkeit und Professionalität Ihres Lebenslaufs sollte darunter jedoch niemals darunter leiden.

Entscheiden Sie sich für ein wenig Farbe und setzen Sie sie als Akzent richtig ein, fällt Ihre Bewerbung in der schwarz-weißen Gleichförmigkeit sicher auf. Übertreiben Sie es aber nicht und greifen Sie nicht zu kräftig in den Farbtopf. Es reicht vermutlich schon, die einzelnen Überschriften Ihres CVs farblich abzusetzen.

Welche Farbe sollten Sie einsetzen? Nur weil pink Ihre Lieblingsfarbe ist, eignet Sie sich noch lange nicht für Ihren Lebenslauf. Wenn Sie bei der Wahl der Farbe auch deren Wirkung im Kopf haben – dunkelblau ist seriös, rot wirkt kreativ – kann auch hier nichts schiefgehen.

Muss ich meinen Lebenslauf unterschreiben?

Auch ein Thema, an dem sich die Geister scheiden: Überflüssig in Zeiten der Online-Bewerbung, sagen die einen, ein Muss, sagen die anderen.

Unsere Empfehlung: Unterschreiben Sie Ihren Lebenslauf, denn so unterstreichen Sie noch einmal die Wahrheit Ihrer Angaben. Außerdem verleiht Ihre Signatur Ihrer Bewerbung eine persönliche Note. Fehlt Ihre Unterschrift, ist das nicht falsch, aber vielleicht wirkt das auf den einen oder anderen Personaler unvollständig.

Unsere Tipps:

  • Verschicken Sie Ihren Lebenslauf in digitaler Form, setzen Sie einfach Ihre vorher eingescannte Unterschrift als Bild ans Ende Ihres CVs, sie sollte das Dokument abschließen.
  • Ihr Vor- und Nachname sollte gut lesbar sein.
  • Benutzen Sie am besten einen blauen Füller (falls vorhanden), damit sieht die Unterschrift edler aus als mit Kuli. Ein No-Go: die Unterschrift mit einem roten Filzstift.

Muss ich meinen Familienstand und meine Kinder angeben?

Eine schwierige Frage. Orientieren Sie sich bei diesem Punkt am AGG, gibt das Gesetz Ihnen keine eindeutige Antwort: Kinder und der Familienstand sind hier nicht explizit erwähnt. Deshalb: Da es sich um eine private Angelegenheit handelt, die in der Regel irrelevant für den Job ist, sind Kinder und Ihr Familienstand formal eine freiwillige Angabe.

In der Praxis sieht die ganze Sache nicht mehr so einfach aus: Eltern befürchten oft, dass sie wegen ihres Nachwuchses gar nicht erst eingeladen werden, weil sie ja zeitlich nicht flexibel seien, so das Vorurteil. Der Familienstand "geschieden" könnte als ein Hinweis auf ein persönliches Scheitern interpretiert werden. Vielleicht möchten Sie aber bewusst Ihre Kinder angeben, da Sie bei einem familienunfreundlichen Unternehmen erst gar nicht starten wollen.

Im Endeffekt ist es also Ihre – leider nicht so leichte – Entscheidung, ob Sie diese Informationen Ihrem potentiellen Arbeitgeber liefern oder nicht.

Sollte ich meine Nationalität angeben?

Die Zeile "Staatsangehörigkeit: Deutsch" können Sie getrost aus Ihrem Lebenslauf streichen. Seit dem Inkrafttreten des AGG ist u.a. die Angabe Ihrer Herkunft überflüssig.

Jedoch gehört die Information in Ausnahmefällen nach wie vor in Ihren Lebenslauf: Besitzen Sie nicht die deutsche Staatsangehörigkeit oder haben einen ausländisch klingenden Namen, ist es für den neuen Arbeitgeber natürlich interessant, ob er Sie überhaupt beschäftigen kann, also ob Sie auch eine Arbeitserlaubnis haben.

Zum Beispiel:
Staatsangehörigkeit: Chinesisch, Arbeitserlaubnis vorhanden

Gehört die Grundschule in den Lebenslauf?

Nein. Ebenso wie der Beruf der Eltern können Sie Ihre Grundschulzeit aus dem Lebenslauf streichen.

Wie weit gehe ich als Berufserfahrener bei meiner Praxiserfahrung zurück?

Können Sie bereits auf einige Jahre Berufserfahrung zurückblicken, ist es durchaus in Ordnung, wenn Ihr Lebenslauf drei anstatt zwei Seiten umfasst. Vermeiden Sie aber unnötigen Ballast: Praktika, die Sie vor 20 Jahren absolviert haben und / oder nicht zur Stelle passen, können Sie unter den Tisch fallen lassen. Wichtig ist es, dass nach dem Zusammenstreichen Ihr Lebenslauf keine allzu großen Lücken aufweist.

Muss ich meine Noten angeben?

Ja. Besonders bei Absolventen schauen Unternehmen darauf, da sie oft ein Einstellungskriterium sind. Geben Sie also all Ihre Noten an, angefangen beim Abitur bis hin ggf. zur Promotion. Haben Sie noch keinen Abschluss, ist auch der aktuelle Notendurchschnitt OK.

Was tun Sie, wenn Ihre Noten nicht gut sind? Weglassen oder gar frisieren ist keine Lösung. Spätestens dann, wenn Sie Ihre Zeugnisse mitschicken müssen, fliegt der Schwindel auf. Und dann flattert Ihnen auf jeden Fall eine Absage ins Haus.

Stehen Sie zu Ihren Noten, denn wenn Sie sich mit dem Rest Ihres Lebenslaufs bzw. Ihrer Bewerbung gut verkaufen, sind sie noch lange kein K.-o.-Kriterium.

Wie stufe ich das Niveau meiner Sprach- bzw. IT-Kenntnisse ein?

Es ist wichtig, dass Sie Ihren Sprachkenntnissen ein entsprechendes Niveau zuordnen, damit eingeschätzt werden kann, wie gut Sie sind. Es hat sich die folgende Einstufung bewährt:

  • Grundkenntnisse: Gespräche auf Small-Talk-Niveau sind möglich, verfügen aber über einen überschaubaren Wortschatz.
  • Konversationssicher / Gut: Sie können sich an Gesprächen beteiligen, verstehen viel, haben aber einen ausbaufähigen Wortschatz.
  • Sehr gut / Fließend: Sie können sich über Themen aus vielen verschiedenen Bereichen fließend unterhalten und diskutieren mit. Ihr Wortschatz ist entsprechend groß.
  • Verhandlungssicher: Sie haben einen sehr großen Wortschatz und können im Job auch schwierige Verhandlungen führen. Vielleicht haben Sie auch mehrere Monate oder sogar Jahre im Ausland gelebt.
  • Muttersprache: Sie sind mit der entsprechenden Sprache aufgewachsen, weil beispielsweise ein Elternteil sie spricht.

Auch bei den IT-Kenntnissen ist es sinnvoll, Ihr Können der entsprechenden Betriebssysteme, Präsentationsprogrammen oder Programmiersprachen einzustufen.

  • Geringere Kenntnisse können Sie knapp halten: MS-Word, Excel, PowerPoint (gut).
  • Expertenkenntnisse bei gefragten Programmiersprachen oder sehr gute Kenntnisse beispielsweise bei der Bildbearbeitung heben Sie mehr hervor: Programmiersprache C++ (seit 5 Jahren, tägliche Anwendung), Bildbearbeitung Photoshop CC (seit 2 Jahren, tägliche Anwendung)

Soll ich angeben, dass ich einen Führerschein habe?

In den meisten Fällen ist ein Führerschein nicht so wichtig, Sie können diese Info also weglassen. Es sei denn, er ist ausdrücklich in der Stellenausschreibung gefordert, wie z. B. bei Außendienstmitarbeitern oder Jobs mit viel auswärtigem Kundenkontakt. Dann gehört die Angabe unter "Sonstige Kenntnisse".

Muss ich meine Hobbys angeben?

Es kommt darauf an. Hobbys bzw. private Interessen sind kein Muss im Lebenslauf, jedoch runden sie das professionelle Bild ab, das Sie mit Ihrem Lebenslauf geschaffen haben. Auch werden private Interessen gerne als Small-Talk-Aufhänger genutzt, um Ihnen zu Beginn des Bewerbungsgesprächs die Nervosität zu nehmen.

Überlegen Sie, ob Sie Ihre Hobbys nennen? Fragen Sie sich:

  • Hat Ihr Hobby einen Bezug zu der Stelle, auf die Sie sich bewerben, oder unterstreicht es beispielsweise Ihre Teamfähigkeit (z. B. bei Teamsportarten)? Dann gehört es auf jeden Fall in Ihren Lebenslauf.
  • Fühlen Sie sich dabei wohl, Ihre persönlichen Interessen mitzuteilen und möchten Sie auch darauf angesprochen werden? Stellen Sie sich auf jeden Fall auf Nachfragen ein.
  • Sie gehen regelmäßig zum Bungee-Jumping oder Fallschirmspringen, üben also eine Extremsportart aus? Hier könnte der eine oder andere Personaler denken, dass Sie wegen Sportverletzungen häufiger ausfallen werden als Ihre Kollegen.
  • Wer viele Hobbys angibt (mehr als fünf), wirkt unglaubwürdig oder erweckt den Eindruck, dass er vor lauter Freizeitaktivitäten keine Zeit für den Job hat. Weniger ist mehr.
  • Wir wollen keinem zu nahe treten, aber: Haben Sie nur 08/15-Hobbys wie lesen, kochen oder reisen? Entweder Sie können diese Interessen konkretisieren (Kochen, besonders asiatisch; Rucksack-Reisen) oder Sie lassen sie im Zweifel einfach weg.
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