USA, Kanada und Großbritannien: Richtig bewerben (3)Das englische Vorstellungsgespräch
Glückwunsch, Sie haben es geschafft! Die amerikanische, britische oder kanadische Firma hat Sie eingeladen. Gibt es hier Unterschiede zum deutschen Vorstellungsgespräch? Welche Fragen sind in den USA, Kanada und Großbritannien erlaubt und welche nicht? Das verraten wir Ihnen in Teil drei unserer Serie!
Eine Bemerkung vorab: Natürlich möchte das Unternehmen im Gespräch testen, wie gut Ihre Englischkenntnisse sind. Je nach Position sind die Anforderungen an Ihre sprachliche Kompetenz unterschiedlich: Bei einem Praktikum reichen sicherlich gute Kenntnisse aus, für eine höhere Position müssen Sie exzellent formulieren können.
So bereiten Sie sich vor
Wie in Deutschland ist eine gute Vorbereitung natürlich das A und O: Recherchieren Sie rechtzeitig vor Ihrem Termin die wichtigsten Fakten zum Unternehmen, schauen Sie sich die Firmenwebseite an und überlegen Sie sich, wie Sie Ihr Profil am besten präsentieren.
Eine Besonderheit im englischsprachigen Raum: Bereiten Sie sich auf ein spontanes Telefoninterview vor! Der Personaler will dabei herausfinden, ob Sie auf die Stelle passen und es sich lohnt, Sie zur zweiten Runde einzufliegen. Der Ablauf des Telefoninterview hat kein festes Schema, auch zeitlich nicht: Es kann eine halbe Stunde dauern, aber auch bis zu zwei Stunden. Sind Sie gut vorbereitet, können Sie dieser ersten Herausforderung gelassen entgegenblicken!
Tipp: Halten Sie sich eine Liste mit Begrüßungsfloskeln, wichtigen Redewendungen und Fragen bereit und üben Sie vorher mit Freunden.
Im Gespräch: Keep smiling!
Im Termin vor Ort sollten Sie Ihre Qualifikation überzeugend präsentieren und Ihre Motivation unter Beweis stellen - das ist sicherlich nicht anders als in Deutschland.
Besonders in den USA gehört Lächeln zum guten Ton, die Menschen sind meist aufgeschlossener und freundlicher. Das Bewerbungsgespräch startet mit Small Talk und belanglosen Themen. Aber Achtung: Auch wenn der Ton in Amerika sehr locker erscheint, sollte man beim Small-Talk zurückhaltend bleiben und sensible Themen wie Religion oder Politik nicht streifen.
Auch in den englischsprachigen Ländern werden Ihnen Fragen zu Karrierezielen gestellt, wie z. B.: "Where can you see yourself 5 years from now? What are your expectations for an internship with us? Why did you choose to apply to our company?"
Bereiten Sie sich außerdem auf Fragen zu Ihrer Schulausbildung und zum Studium vor und informieren Sie sich über die Unterschiede zum amerikanischen, kanadischen oder britischen Bildungssystem, um z. B. Abschlüsse erklären zu können. Fragen zu persönlichen Dingen wie Ihren Familienverhältnissen sind in den angloamerikanischen Ländern nicht erlaubt.
Ein Besonderheit in Großbritannien: Hier kommen wesentlich öfter Persönlichkeits-, Leistungstests und Assessment Center zum Einsatz, um den Bewerber genau durchzuprüfen.
Ein absolutes No-Go ist die Frage nach dem Geld: Das ist wie das Thema Urlaub Gegenstand der Vertragsverhandlungen!
Noch ein Wort zum Thema Kleidung: Der Interview-Dress-Code ist immer förmlich, d.h. Anzug für Männer, Kostüm für Frauen.
Nach dem Vorstellungsgespräch
In den USA und Kanada kommt Eigeninitiative immer gut an. Schreiben Sie zwei bis drei nach dem Gespräch am besten einen "Thank-you-letter" und haken Sie nach. Sollten Sie kein Interesse mehr haben, teilen Sie es Ihrem Gesprächspartner ebenfalls höflich mit.
Linktipps
Weitere Teile der Serie:
USA, Kanada und Großbritannien: Richtig bewerben (1) - Der Lebenslauf auf Englisch
USA, Kanada und Großbritannien: Richtig bewerben (2) - Der englische Anschreiben
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