Vor der BewerbungDirekteinstieg oder Assistentenfunktion?
Wenn Sie sich nach dem Studium für eine konkrete Funktion in einem Unternehmen interessieren, sollten Sie sich für einen Direkteinstieg entscheiden. Bei einem Direkteinstieg übernehmen Sie eine bestimmte Position im Unternehmen, die vom ersten Tag an durch Aufgabenbeschreibungen und Festlegung von Verantwortungsbereichen beschrieben ist. Typische Einstiegspositionen sind beispielsweise Referentenpositionen, Sachbearbeitung, Junior-Produktmanager, Researcher, Anwendungsbetreuer oder Prüfungsassistent in der Wirtschaftsprüfung. In allen Fällen sollte eine angemessene Einarbeitungszeit vorgesehen sein. Achten Sie von Anfang an darauf, dass Sie Kontakte zu anderen Abteilungen bekommen, und dass Sie die Möglichkeit haben, an interdisziplinär besetzten Projekten mitzuwirken, denn ein "abteilungsübergreifendes Denken" und Kenntnisse der Geschäftsabläufe im gesamten Unternehmen werden immer wichtiger.
Pro und Contra Direkteinstieg
Bei einem Direkteinstieg arbeiten Sie - anders als bei einer Trainee-Stelle - vom ersten Tag an, in der Funktion, in der Sie arbeiten möchten. Ihnen werden konkrete Aufgaben übertragen, und Sie sind fest in die Unternehmensorganisation eingebunden.
Andererseits haben Sie sich für eine bestimmte Zeit festgelegt. Für Ihre weitere Aus- und Weiterbildung müssen Sie sich selbst engagieren, sie ist bei einem Direkteinstieg nicht systematisch integriert. Ihre Entwicklung im Unternehmen ist meist abhängig von der Beurteilung eines Vorgesetzten. Sie stehen so gesehen vom ersten Tag an unter Druck und müssen sich beweisen und unter Umständen auch erste Verantwortung für Projekte übernehmen.
Charakteristika Assistentenfunktion
Besonders in Großunternehmen, aber auch in großen, mittelständischen Unternehmen werden auf Vorstands- oder Geschäftsführungsebene Assistentenpositionen vergeben.
Wenn Sie sich für eine Assistentenposition interessieren, wird Ihre Hauptaufgabe in der Vorbereitung von Entscheidungen bestehen. Das bedeutet konkret: Sie sind verantwortlich für die Beschaffung, Auswertung und Interpretation von Daten und Informationen, Sie betreuen Sonderprojekte und Sie bereiten Sitzungen der Führungsgremien vor, organisieren und protokollieren diese. Dabei fungieren Sie zumeist als Bindeglied zwischen Ihrem Vorgesetzten und den anderen operativen Bereichen. Durch diesen engen persönlichen Kontakt gewinnen Sie einen hervorragenden Einblick in die Entscheidungsmechanismen auf höchster Management-Ebene.
Eine qualifizierte und anspruchsvolle Assistentenposition ist eine sehr gute Schulung, und sie stellt zugleich ein ideales Sprungbrett im Unternehmen dar - vorausgesetzt, Sie haben sich mit Ihrem Vorgesetzten verstanden, er hat nicht zwischenzeitlich das Unternehmen verlassen und Sie haben sich im Unternehmen aufgrund Ihrer besonderen Stellung taktvoll verhalten.
Eine Assistentenfunktion stellt hohe Anforderungen an die Persönlichkeit. Wichtig ist, die Balance zu finden zwischen der geliehenen Macht als "verlängerter Arm" des Chefs und der eigenen Positionierung bzw. Profilierung.
Pro und Contra Assistentenfunktion
Sie erhalten einen Einblick in nahezu alle Unternehmensbereiche und -strukturen und in die Entscheidungen der obersten Führungsgremien des Unternehmens. Sie arbeiten an vielseitigen und interessanten Aufgaben und Ihnen bieten sich exzellente Entwicklungs- und Aufstiegschancen. Sie können kraft Ihres Amtes informelle Kontakte auf oberster Ebene knüpfen und aufbauen und auch mit anderen Unternehmen geschäftlich in Kontakt treten. Außerdem erhalten Sie in aller Regel ein gutes Anfangsgehalt.
Doch die direkte, enge Bindung an einen Vorgesetzten ist nicht immer unproblematisch; sie bringt sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich. Wichtig ist, dass die "Chemie" zwischen Ihnen und Ihrem Chef stimmt - versuchen Sie dies möglichst im Vorstellungsgespräch herauszufinden. Die Position als Assistent/-in erfordert Fingerspitzengefühl und zugleich Durchsetzungskraft. Außerdem ist der Weg nach oben nicht immer vorprogrammiert.
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