Bei facebook teilen Bei twitter teilen Bei google plus teilen
Seite drucken Seite senden Bei facebook teilen Bei twitter teilen Bei Xing teilen Bei LinkedIn teilen Bookmark setzen


Bleibt alles anders?

"Vom Boom profitieren": Job & Karriere 2011

Wie zu jedem Jahresbeginn möchte ich Ihnen in dieser Ausgabe unseres Newsletters einige Hinweise darauf geben, wie sich Job-Markt und Karrieremöglichkeiten in diesem Jahr entwickeln könnten und welche Einflussfaktoren Sie beobachten sollten.

Im letzten Jahr geriet der Jahresausblick deutlich länger als sonst, um entsprechend einer etwas unsicheren Zeit auch mittel- und langfristige Entwicklungen berücksichtigen zu können und um ähnlich wertvolle Anregungen geben zu können.

Wie vor drei Jahren kann der diesjährige Ausblick recht kompakt gehalten werden, da es beide Male relativ einfach ist, die Situation im aktuellen Zyklus zu erfassen und den Einfluss auf die Beschäftigungsdynamik zu antizipieren. Das vorweg genommene Fazit in Grönemeyers Worten: Zwar "Bleibt alles anders", aber "Zieh deinen Weg" denn es geht "So gut".

Die Mutter aller Jobs: Die Konjunkturentwicklung

Das Fazit internationaler Konjunkturanalysten wie John Mauldin oder Robert Rethfeld, die sich in den letzten Jahren als treffsicherer als andere ihrer Zunft absetzen konnten, charakterisiert die weltwirtschaftlichen Situation durch eine Zweiteilung:

  • Die entwickelten Industrienationen befinden sich auf der Stufe der Nullzins-Politik mit - insbesondere in Europa - ausgeprägter Sparpolitik. Notenbanken verfolgen eine Nullzins-Politik während und kurz nach rezessiven Phasen, um die Konjunktur über "billiges Geld" zu stimulieren. Dagegen entfaltet sich Austerität, neudeutsch für Sparpolitik, konjunkturell als Bremspolitik. Somit kann man bildlich die Konjunkturpolitik als "gleichzeitiges Gas geben und Bremsen" bezeichnen.
  • Hingegen haben viele Emerging Markets-Länder seit Ende 2008 einen ausgeprägten konjunkturellen Aufwärtsritt hinter sich und nähern sich früher als der Westen dem zyklischen Gipfel (Brasilien) bzw. haben ihn (China, Australien) bereits überschritten.
Container Hafen

Deutschland erlebte im Jahr 2010 seine stärkste Phase im Konjunkturzyklus. Der deutsche Aktienindex DAX stieg um 17 Prozent, die Anzahl der Erwerbstätigen erreichte mit 40,4 Mio. Personen schon wieder das Niveau von 2008. Angetrieben durch den starken Export konnten Indikatoren wie der IFO-Index in neue Dimensionen vorstoßen. Doch gab es in der Vergangenheit kein Muster, wonach sich der Index lange in solchen Höhen halten konnte. Es ist zu vermuten, dass der wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands knapp davor ist, seinen Höhepunkt zu überschreiten. Für das Jahr 2011 ist ein sinkender IFO-Index, der eine Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik signalisiert, aber wohl kein rezessiver Abschwung, zu erwarten.

Die Jobentwicklung ist nachlaufend

Warum wird der IFO-Konjunkturklimaindex von uns seit mehr als zehn Jahren so stark beachtet? Zwei Gründe: Zum einen haben wir festgestellt, dass die Entwicklung des Index mit unserer Geschäftsentwicklung und damit auch mit den Recruiting-Aktivitäten der großen deutschen Arbeitgeber im akademischen Bereich stark korreliert. Zum anderen ist diese Korrelation zeitlich versetzt: Der Index läuft etwa drei bis sechs Monate voraus und eignet sich daher gut, um in Vorausschauen eingebunden zu werden.

Wenn sich die konjunkturelle Sonderstellung Deutschlands wie oben beschrieben wirklich abschwächen sollte, hat dies zunächst wohl noch keinen wirksamen Einfluss auf die Neueinstellungen im ersten Halbjahr. Dies ist als "im allgemeinen" zu verstehen, da schon immer bestimmte Branchen dem Zyklus vorauslaufen, wie etwa die Halbleiterbranche, oder erst verzögert reagieren, wie etwa der Anlagenbau.

Die Stimmung in den Unternehmen: Vornehm verhalten bis überschäumend

Neben der tatsächlichen Lage bzw. Entwicklung der harten Fakten wie Auftragseingang und Gewinnentwicklung ist für die finale Genehmigung freie Stellen zu besetzen oder neue Positionen zu schaffen, die Stimmung der Unternehmenslenker relevant. Welche Erwartungen haben die Entscheider von der Entwicklung in nächsten zwölf Monaten und wie ist ihre Stimmung im Augenblick. Wie ist also das "weiche Sentiment" im Hinblick auf die Jobentwicklung?

Was ich von meinen Kollegen aus dem Hochschul-Recruiting, der Personalberatung und den Kollegen von Kelly Services aus der Zeitarbeitsbranche höre, ist bis auf wenige Ausnahmen deutlich positiver als vor 12 Monaten. Im Budgetzyklus im letzten Herbst haben sich viele Unternehmen für neue Investitionsprogramme und damit für die Schaffung neuer Stellen entschieden. Für andere Unternehmen oder Geschäftsbereiche läuft es nun so entscheidend besser, dass die in den letzten Jahren knapp gehaltenen Kapazitäten wieder etwas ausgeweitet werden können. Von vornehm Verhalten bis fast überschäumenden Prächtig geht das Spektrum der Gespräche meiner Kollegen mit unseren Kunden in den letzten Wochen.

Und dieser positive Stimmungsindikator wird durch ein weiteres deutliches Anzeichen gestützt: Viele unserer Kunden haben Sonderbudgets für Recruiting-Projekte genehmigt bekommen - dies erinnert sehr an die Jahre 2006/2007 oder die Zeit um 1998/1999 als sich die Internet-Blase formte.

Jobampel

Alles Grün, oder was?

Zugegeben, es fühlt sich im europäischen Kontext gesehen etwas komisch an, um wie viel stärker die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland als in den übrigen Ländern ist. Dennoch ist nach aktueller Analyse auf den vorherigen Seiten klar, dass mindestens bis in dem Sommer gute bis hervorragende Jobaussichten bestehen. Dies dürfte insbesondere für die Anzahl der Neueinstellungen von Hochschulabsolventen gelten, die wie an dieser Stelle vor einem Jahr vermutet, ein noch schweres erstes Halbjahr in 2010 hatten. Die Job-Ampel steht sozusagen auf Dunkelgrün.

Dennoch sind unserer Einschätzung nach weder ein Sicherheitsgefühl noch Überheblichkeit angebracht. Zwei "Bleibt alles anders"-Faktoren sollten Sie als Imperative bei Ihrer Karriereplanung dauerhaft berücksichtigen:

  • Aufgrund der weiterhin verbreiteten Unsicherheit über die Nachhaltigkeit der wirtschaftlichen Entwicklungen planen Unternehmen immer häufiger nur noch von Quartal zu Quartal. Damit ist auch für individuelle Karrierechancen Schnelligkeit ein wesentlicher Schlüssel.
  • Verschiedene Makrotrends, wie die Entwicklung hin zur Projektarbeit oder der steigende Einfluss der asiatischen Volkswirtschaften, lassen es wahrscheinlich erscheinen, dass eine geradlinige Karriereentwicklung und der nächste Job niemandem mehr in den Schoß fallen werden. Ein besonders proaktiven Engagement für die eigene Karriereentwicklung ist gefragt. Strategische Denker lenken ihre berufliche Entwicklung in Richtung der globalen Megatrends wie Energie, Rohstoffe, Asien, Infrastruktur, Medizin, etc.

In der Blaupause Ihres persönlichen Karriereplans steckt natürlich jede Menge Arbeit. Wie von mir schon häufiger vertreten: Nutzen Sie Boom-Zeiten wie im Augenblick, um dies zu tun! Es gibt einfach mehr Möglichkeiten, und Sie können dies mit mehr Energie angehen. Ist das nächste Wochenende vielleicht der richtige Startpunkt für Sie!? Dann ran...

Ihnen allen nur die besten Wünsche für Gesundheit, Beruf und Privates für 2011!

Ihr Jens Ohle


Jens Ohle, Geschäftsführer access KellyOCG GmbH
Feedback: redaktion@access.de






Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Karriereplanung
Nehmen Sie Ihre Karriere selbst in die Hand

Wer seine Karriere zielgerichtet plant und im Beruf vorankommen will, muss drei Merkmale seiner Person sehr genau kennen: Kerninteressen, Stärken und Kompetenzen. Erst dann können Sie Ihre Karriere effektiv beeinflussen und fördern. mehr...

So bekommen Sie mehr Geld
Gehaltsverhandlungen für Professionals

Mein Haus, mein Boot, mein Pferd? Allein mit harter Arbeit werden Sie Ihre finanziellen Ziele nie erreichen. Sie müssen reden - über Ihr Gehalt. Wer alle zwei Jahre eine Erhöhung um 150 Euro durchsetzt, erzielt damit in zehn Jahren ein Plus von 54.000 Euro. mehr...

Mentoring
Alt und Jung lernen voneinander

Junge Mitarbeiter können vom Wissen, der Erfahrung und den Kontakten der älteren profitieren. Mit Mentoring steigen Leistung und Mitarbeiterbindung. Und auch die älteren Mitarbeiter können profitieren - meist macht's die Mischung. mehr...

» weitere Karriere-News

Die Kommentarfunktion "Disqus" wird vom Unternehmen Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie hier. Die Nutzungsbedingungen von "Disqus" können hier eingesehen werden. Die Kommentare werden von access moderiert. Wir behalten uns das Recht vor, ungeeignete Kommentare wie Beschimpfungen oder Beleidigungen ohne Rückfrage zu löschen. Kommentare als "Gast" oder mit einem Link werden vor der Veröffentlichung kurz überprüft. Lesen Sie hierzu auch unsere Netiquette.
blog comments powered by Disqus