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So nimmt Ihr Wunscharbeitgeber Sie wahr

Die Fabel von Japan und der lila Kuh

Ende der Neunziger Jahre fasste eine Absolventin der Uni Münster den Plan, als Junior-Produkt-Managerin bei (damals) Kraft Suchard in Bremen einzusteigen. Ihre Studienergebnisse waren ordentlich, Marketing und Handel als Schwerpunkte, Auslandserfahrung und mehrere Praktika vorhanden. Da das Unternehmen gerade keine Stelle ausgeschrieben hatte, bewarb sie sich initiativ bei einer Ansprechpartnerin im Recruiting-Team. Nach sechs Wochen kam prompt die Standardabsage: "Danke für Ihre Vertrauen ...Leider ...trotz ...zu unserer Entlastung zurück.".

Hartnäckigkeit zählt

Aber unsere Absolventin gab sich damit nicht zufrieden. Denn sie bekam nicht den Eindruck, dass das Unternehmen sie richtig wahrnahm. Zudem hatte sie im Praktikum bei der Deutsch-Japanischen-Handelkammer in Tokio gelernt, wie wichtig Hartnäckigkeit und Ausdauer sind. Ihr einziger Gedanke: Wie konnte sie Kraft auf sich aufmerksam machen?

Zündende Idee

Also vertiefte sie sich in die Produktwelt von Kraft, studierte Unternehmensbroschüren und las alle verfügbaren Zeitungsartikel der letzten 18 Monate. Die aufgenommenen Informationen verarbeitete Sie zu Ideen: Manche waren banal, andere undurchführbar. Aber ein Gedanke fand schließlich ihren besonderen Gefallen: Durch Ihren Japan Aufenthalt wusste sie, dass es in Japan keine Milka-Produkte zu kaufen gab. Zugleich hatte sie gelesen, dass Kraft für die Marke Milka neue Wachstumsperspektiven suchte. Was lag näher, als eine Markteinführungsstrategie für Milka in Japan zu entwickeln?

Maßgeschneiderte Bewerbungsstrategie

Drei Wochen lang investierte die Jobsucherin den Großteil ihrer Zeit in diese Idee. Dann war ein 20seitiges Konzept zur "Produkteinführung der Marke Milka in Japan" fertig. Das war aber nur ein Teil ihrer maßgeschneiderten Bewerbungsstrategie. Denn sie entschloss sich, die neue Bewerbung nicht mehr an die Personalabteilung des Unternehmens zu schicken. Stattdessen recherchierte die Absolventin den Namen des für Süßwaren zuständigen Category-Managers und schickte ihm das Konzept - und die Bewerbung als Beiwerk. Der Adressat war von diesem Engagement dermaßen beeindruckt, dass er die Absolventin umgehend zum Jobinterview einlud. Im persönlichen Gespräch konnte ihn die Absolventin schließlich überzeugen. Kraft hat bis heute Milka nicht in Japan eingeführt. Die Hartnäckigkeit unserer Absolventin aber zahlte sich dennoch aus: Das Unternehmen bot ihr einen Job als Junior-Produkt-Managerin an, den sie natürlich annahm.

Und die Moral der Geschichte

Soweit die Geschichte. Die Fabel von Japan und der lila Kuh beruht auf Tatsachen. Für jedes Detail möchte ich mich nicht verbürgen. Lehrreich ist sie aber allemal. Doch worum geht es? Ganz einfach: Um die Frage, wie Sie es als Bewerber erreichen können, dass Ihr Wunscharbeitgeber sie wahrnimmt. Die Autoren der meisten Ratgeber nennen Anschreiben, Lebenslaufstruktur oder gar noch "hübsche" Bewerbungsmappen als Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Bewerbung. Das allein reicht nicht. Sie müssen ihren persönlichen Weg zu Ihrem Wunscharbeitgeber finden. Kennen Sie die Regel, die professionelle Outplacement-Unternehmen wie von Rundstedt und Partner ihren Kandidaten gleich zu Anfang einbläuen? Initiativbewerbungen immer an der Personalabteilung vorbei, direkt in die Fachbereiche bringen. Dazu passt der Erfahrungswert, dass zwischen 35 und 40 Prozent aller Stellenwechsel durch berufliche wie private Netzwerke vonstatten gehen. Damit verbessern Sie garantiert Ihre Chancen auf attraktive Jobangebote.

Viel Erfolg!
Ihr Jens Ohle


Jens Ohle, Geschäftsführer access KellyOCG GmbH
Feedback: redaktion@access.de

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